Wer selber nicht raucht, bleibt von sämtlichen Konsequenzen des Rauchens verschont? Nicht unbedingt: Auch Passivrauchen kann schwerwiegende Folgen haben.
Was ist das eigentlich, dieses Passivrauchen?
Passivraucher oder -raucherinnen sind Menschen, die selbst nicht rauchen, aber den Zigarettenrauch von anderen einatmen. Je öfter das passiert, desto gefährlicher wird es für die eigene Gesundheit.
Anteil der 0- bis 17-Jährigen, die häuslichem Passivrauchen ausgesetzt sind
In Deutschland geht die Zahl der passivrauchenden Kinder und Jugendlichen zurück. Trotzdem sind immer noch etwa neun Prozent aller 0- bis 17-Jährigen im eigenen Zuhause Tabakrauch ausgesetzt.
Diese Krankheiten kann Passivrauchen auslösen
Hier findest du eine Auflistung der Krankheiten, die du auch durch Passivrauchen bekommen kannst:
Krebs
Passivrauchen erhöht das Risiko von u.a. Lungenkrebs, Kehlkopfkrebs, und wahrscheinlich auch Brustkrebsbei jungen Frauen.
Schlaganfall
Ähnlich wie bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, kann die Verklumpung der Blutplättchen auch zu Schlaganfällen führen.
Das Schlaganfallrisiko steigt um schätzungsweise 20 bis 30 Prozent.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Tabakrauch führt zu einer Verklumpung von Blutplättchen, was wiederum zu Arterienverkalkung führen kann. Passivrauchen erhöht das Risiko für eine koronare Herzerkrankung um 25 bis 30 Prozent.
Krankheiten in Folge von Tabakkonsum treten nicht sofort auf, sondern oft mit vielen Jahren Verzögerung. Aber Rauchen – und Passivrauchen genau so – hat auch kurzfristige Folgen:
Risiken für Kinder
Krankheiten bei Kindern
Bei Kindern können die Folgen des Passivrauchens besonders schlimm ausfallen, da sie eine höhere Atemfrequenz und ein weniger effizientes Entgiftungssystem haben.
Folgen für Schwangerschaft
Wenn Schwangere rauchen, können giftige Substanzen über den Blutkreislauf an den Embryo weitergegeben werden.
Hirnschädigungen
verringertes Gewicht
Frühgeburten
Plötzlicher Kindstod
Mittelohrentzündungen
Atemwegserkrankungen (wie Bronchitis und Lungenentzündung)
Erhöhtes Asthma-Risiko, stärkere Asthma-Anfälle
Third-Hand-Smoking
Wenn in geschlossenen Räumen (im Auto, im Wohn- oder Schlafzimmer, in Kneipen, Bars usw.) geraucht wird, ist die Rauchkonzentrationen besonders hoch. Rauch setzt sich auf Oberflächen ab und kann dadurch auch noch gefährlich sein, selbst wenn man ihn gar nicht mehr riechen kann.
Was ist Third-Hand-Smoking?
Im Gegensatz zum "Second-Hand-Smoking" – dem Passivrauchen – bezeichnet Third-Hand-Smoking das Einatmen von Schadstoffen, die sich auf Oberflächen wie Kleidung, Möbeln oder Vorhängen absetzen. Der sogenannte "kalte Rauch" enthält krebserregende Substanzen, giftige Partikel und Nikotin, welche sogar noch Monate später über Haut oder Atemwege aufgenommen werden können. Auch der Rauchgeruch an Kleidung kommt von diesen Substanzen.
Indirekte Folgen
Passivrauchen kann nicht nur krank machen, sondern auch zwischenmenschliche Probleme verursachen. Zwischen Rauchenden und Nichtrauchenden gibt es viele Reibungspunkte:
Die Finanzierung des Rauchens kann Beziehungsprobleme auslösen.
Gesundheitliche Folgen oder die Angst vor möglichen Folgen kann Beziehungen ebenfalls auf die Probe stellen.
Die Hemmschwelle, mit dem Rauch-en zu beginnen, ist bei Kindern von Rauchenden außerdem niedriger.
Bereits beim Dating können Zigaretten zum Hindernis werden, denn Rauchen gilt bei vielen als unattraktiv.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Rauchen eine Vielzahl von Problemen mit sich bringt. Die gesundheitlichen, finanziellen und privaten Folgen treffen dabei nicht nur die Raucherinnen und Raucher selbst, sondern auch Menschen, die den Rauch abbekommen.